slider_6
slider_5
slider_4
slider_3
slider_2
slider_1
notebook_slider_3
notebook_slider_2
ziegen

Berichte

Die Kinderhilfe Ruanda unterstützt Waisen und andere bedürftige Kinder und Jugendliche in Ruanda durch die Ermöglichung einer umfassenden Bildung (Schule, Berufsausbildung, Studium) und schafft dadurch wirtschaftliche Unabhängigkeit für die Betroffenen. Darüber hinaus gewährt die Kinderhilfe Ruanda Existenzsicherungs- und Notfallhilfen für bedürftige Kinder und Jugendliche sowie deren Familien. Diverse Sonderprojekte runden unsere Arbeit ab.

Auf unseren Seiten berichten wir über unsere bisherige Tätigkeit, unsere Vorhaben und geben einen Einblick in die aktuelle Situation vor Ort. Erfahren Sie mehr über die Lebenssituation der Kinder und Jugendlichen in Ruanda und wie Sie helfen können diese zu verbessern.

Im Sommer 2016 verbrachten wir insgesamt 5 wunderschöne Wochen in Ruanda. Anhand von Bildern möchten wir Ihnen stichwortartig einen Überblick über die wichtigsten Ereignisse geben:

Wir haben 52 Patenkinder getroffen (entweder zum Essen eingeladen oder zu Hause besucht)

Wir haben 8 Laptops übergeben

Wir haben 120 Ziegen gekauft und verteilt (in Bisesero und Rutunga)
(siehe Bericht „Ziegen für Bisesero und Rutunga“)

Wir haben 2 Schulen mit Schulbüchern, Lektüren, Wörterbüchern und anderen Schulmaterialien ausgestattet (in Masaka und Bisesero)

Wir haben 13 Päckchen bzw. Briefe der Pateneltern ausgeteilt

Wir haben für 2 Patenkinder Fahrräder gekauft

Wir haben mehrere Patenkinder an neuen Schulen und Universitäten angemeldet

Wir haben Ausflüge nach Nyamata, Rwamagana, Nyagatare, Karongi, Bisesero, Rutunga, zum Kivu-See und zum Nyungwe-Nationalpark unternommen

Es gibt keinen Weg, der nicht irgendwann nach Hause führt – Ein Haus für Farida und ihre Familie

Im Dezember 2015 reiste unsere langjährige Patin und großzügige Sponsorin Frau Koch für mehrere Wochen nach Ruanda. Obwohl es nicht ihr erster Ruanda-Aufenthalt war, bot sich ihr erstmals die Gelegenheit ihr elfjähriges Patenkind Farida zu Hause zu besuchen. Bei aller Freude über das Wiedersehen war Frau Koch zugleich erschrocken über den Zustand des Hauses, in dem Farida mit ihrer Mutter und ihren vier Geschwistern lebte.

Die Lehmwände und das Dach des von der 6-köpfigen Familie bewohnten und aus lediglich zwei kleinen Räumen bestehenden Hauses waren insgesamt löchrig und an einer Stelle hatte der Regen den Lehm derart aufgeweicht, dass ein großes Loch entstanden war. Auch der Fußboden bestand aus Lehm. Strom- und Wasseranschluss fehlten ebenso wie Fenster und verschließbare Türen.

Ohne langes Zögern beschloss Frau Koch Faridas Familie ein neues Heim zu kaufen und flog hierfür im Januar 2016 erneut nach Ruanda, um Informationen zu den Kosten und den in Ruanda beim Hauskauf zu beachtenden Formalitäten einzuholen. Außerdem besichtigte sie zusammen mit Faridas Mutter und Projektpartner Egide Rwabashi eine Reihe von Häusern und holte Angebote ein.

Ende Januar war es dann soweit: Faridas Familie hatte sich für ein Haus entschieden und sich mit dem Verkäufer geeinigt. Das neue Haus besteht statt löchrigen Lehmwänden aus massivem Mauerwerk. Das Dach ist wasserdicht und in gutem Zustand, und das Haus verfügt über einen richtigen Fußboden. Außerdem ist das neue Haus mit stabilen Fenstern und Türen sowie einem Stromanschluss ausgestattet: jedes der 4 Zimmer hat eine Steckdose. Draußen befindet sich noch eine Abstellkammer, ein Dusch-Toiletten-Häuschen sowie direkt vor der Tür ein eigener Wasseranschluss.

Nachdem Frau Koch – bevor sie zurück nach Deutschland flog – den Kauf mündlich zugesagt hatte, wurden wenig später die „Formalitäten“ geklärt: Unter Aufsicht der als Zeugen fungierenden neuen Nachbarn wurde der Kaufpreis gezahlt…in bar (siehe Foto).

Die Patin von Faridas Schwester Asiya steuerte kurz darauf eine komplette Garnitur Bettwäsche inkl. Matratze, Decken und Kissen bei – welch Glück!
Wir wünschen Farida, Asiya und ihrer Familie alles Gute im neuen Heim und danken an dieser Stelle besonders Frau Koch herzlichst für ihre großzügige Spende und ihren tollen persönlichen Einsatz vor Ort!

p1190037

In diesem Jahr sollte Weihnachten ein ganz besonderer Tag werden: zusammen mit unseren ruandischen Projektpartnern organisierten wir eine Weihnachtsfeier für einen Teil unserer älteren Patenkinder – vor allem für unsere Waisenkinder bzw. Studenten – , um ihnen ein Weihnachten in Gemeinschaft zu schenken und die Geschenke der Paten zu überreichen. Der Abend war ein voller Erfolg: 22 Patenkinder kamen, und unser Hauskoch Zacharie bereitete ein großes Buffet mit typisch ruandischen Speisen zu. Zu Beginn waren die meisten untereinander noch recht schüchtern, aber als wir die Spiele UNO und HALLI GALLI einführten, löste sich die Stimmung sofort. Man hörte nur noch Gelächter, im Hintergrund die neuesten ruandischen Popsongs dank Youtube, und diejenigen, die am längsten blieben, tanzten ausgelassen! Die Fröhlichkeit und auch die Freude über die Geschenke haben mich überglücklich gemacht (neben den Geschenken der Paten erhielt jeder ein Duschgel o.ä. sowie Fotos von unserem Besuch im Sommer). Zu dem Fest kamen: Vianney, Dieudonné, Barnabe, Alice, Collins, Esperance, Aline, Eric, Christine, Daniella, Irené, Yves, Gilbert, Maxime, Jean Regis, Regis, Grace, Bruce Yvan, Frank mit Liliane, Steven und Mihigo.

In der verbleibenden Ferienzeit trafen wir uns mit weiteren Patenkindern und Betreuern, um z.B. die weitere Schullaufbahn, Studienwünsche u.ä. zu besprechen. Nachdem wir mit Egide und Aimée, unseren Projektpartnern, einen Plan für die kommenden Tage entworfen und entsprechend alle Termine mit den Betroffenen koordiniert hatten, verging die Zeit wie im Fluge. Auch gab es noch weitere Anlässe, zu denen wir mehrere Patenkinder, die uns besonders an Herz gewachsen waren, einluden, u.a. mein Geburtstag am 26.12., Sebastians Geburtstag am 28.12., Silvester und unsere „Goodbye-Party“, zu der neben einigen der o.g. Patenkindern auch Olivier, Diane und Emmanuel kamen. Im Anschluss möchten wir Ihnen kurz von den Highlights berichten, bei denen wir stets von Egide bzw. Aimée begleitet wurden:

dsc_0157
amani-1

28.12.: Patenkindertreffen im La Galette, einem deutschen Restaurant im Zentrum von Kigali, mit 9 Patenkindern und deren Betreuern, um weitere Geschenke zu überreichen bzw. im Namen verschiedener Paten einzukaufen (u.a. Fußballschuhe). Wir trafen Vianney, Steven, Kevin, Sabrina, Amani, Ibrahim, Denise, Jean-Paul und Emmanuel.

29.12.: Fahrt nach Kabuga, eine kleine Stadt, die mit dem Bus ca. 1 Stunde östlich von Kigali liegt. Dort trafen wir die Mutter eines Patenkindes („Mama Diane“) sowie 4 weitere Patenkinder: Fabrice, Josephine, Désiré und Blandine (die mittlerweile Arbeit in einem Friseursalon gefunden hat). Als wir sahen, dass der Kiosk, den „Mama Diane“ im Sommer 2015 mit Hilfe einer Sonderspende gegründet hat, noch existiert, waren wir sehr erleichtert! Auch in Kabuga übergaben wir persönliche Geschenke und mir wurde von Blandine ein typisch afrikanischer Zopf geflochten.

Am Abend trafen wir uns mit dem ruandischen Familienangehörigen einer Patin, der für die lokale Niederlassung einer US-amerikanischen NGO arbeitet. Von ihm erhielten wir wertvolle Adressen, u.a. auch von einer ruandischen Lehrerin, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Ärmsten der Armen zu unterrichten und mit der wir möglicherweise in Zukunft zusammenarbeiten können (Vermittlung von Patenkindern, Spende von Schulmaterialen o.ä.).

30.12.: Dreistündige Fahrt in das Dorf Mutara im Osten von Ruanda, um Faustin und Fred zu besuchen. Die beiden Patenkinder leben in einer Lehmhütte ohne Strom und Wasser, zu der noch nicht einmal eine Straße führt, sodass diese Fahrt zu einer unserer abenteuerlichsten und schönsten wurde. Dort angekommen, wurden wir von der gesamten 9-köpfigen Familie herzlich begrüßt – eine Gastfreundschaft, die uns sehr berührt hat!

dsc_0464
p1190053

31.12.: Besuch bei einer Betreuerin in einem Armenviertel in Kigali, deren Patin nun ein neues Haus für die Familie kaufen will, da es in das alte Lehmhaus immer wieder hineinregnet. Als die Betreuerin uns zeigte, wie sie derzeit leben, waren wir extrem schockiert: Das Haus hatte gerade einmal einen dunklen, modrigen Raum für 7 Personen und einen Vorraum mit einer Kochstelle, bei der wir Mühe hatten, diese als solche zu erkennen. Wie unglaublich bescheiden viele Menschen in Ruanda doch leben – ohne sich jemals zu beschweren!

01.01.: Vorbereitung der ersten Überweisungen 2016 an alle Patenkinder, Schulen usw.
02.01.: Treffen mit mehreren Patenkindern (Shaban, Eric, Collins, Patient), um u.a. einen gebrauchten Laptop zu übergeben. Laptops werden vor allem von den Studenten benötigt, um Hausarbeiten zu verfassen. Durch Sonderspenden einzelner Paten wird dies glücklicherweise immer wieder ermöglicht.

p1190236
felicien-laptopa%cc%8abergabe

03.01.: Fahrt nach Butare, der berühmten Studentenstadt Ruandas im Süden des Landes nahe der burundischen Grenze. Dort trafen wir Felicien, Nadine und Jean Remy und übergaben einen weiteren Laptop. Wir luden die Studenten zum Essen ein, und anschließend zeigte uns Nadine ihr Studentenwohnheim und Felicien seine WG. Allein der Weg dorthin war wunderschön – vorbei an allen Universitätsgebäuden, die idyllisch mitten im Wald liegen. Auf dem Weg durften wir auch erfahren, wie schwer einer der kleinen Wasserbehälter ist, als wir zwei kleinen Jungen halfen, diese zu tragen – die Last ist unglaublich! Die beiden bedankten sich herzlich.

Auf dem Weg nach Butare zeigten wir Egide und Dieudonné, die wir mitnahmen, sowie unserem Fahrer noch den traditionellen Königspalast in Nyanza, wo wir eine Führung erhielten. Dieudonné war besonders glücklich: Er war in seinem ganzen Leben noch nie außerhalb von Kigali!

dsc_0599
dsc_0673

04.01.: Treffen mit Thierry, Yvette und ihrer Betreuerin im Zentrum von Kigali, um u.a. im Namen der Patin einen Laptop zu kaufen und über die anstehenden Schulwechsel zu sprechen. Wir unterhielten uns über 2 Stunden in einem Restaurant im Zentrum von Kigali und erfuhren u.a. Neues über das Schulsystem usw. Schließlich verabredeten wir uns für den nächsten Tag, um noch 2 Schulen zu besuchen. Abends gingen wir mit Egide noch ins Milles Collines, um über die letzten organisatorischen Dinge zu sprechen, die die Kinderhilfe betreffen (Jahresberichte, neue Kontonummern u.a. Einzelfälle).

05.01.: Termin bei der deutschen Botschaft. Dort wurden wir u.a. zur Vereinsregistrierung in Ruanda und rechtlichen Grundlagen beraten. Im Anschluss Besuch eines Gefängnisses, wo eines unserer Patenkinder derzeit aufgrund des Verdachts auf unterlassene Hilfeleistung in einem Mordfall in seiner Nachbarschaft festgehalten wird. Leider hätten wir als Europäer einen Besuch Wochen vorher anmelden müssen, aber Egide wurde ein Besuchstermin gewährt. So konnte er – sogar mit Hilfe des Gefängnisvorstehers – den Brief der Paten übergeben und Möglichkeiten eines fairen Verfahrens in Erfahrung bringen. Mittlerweile ist der Fall weitgehend aufgeklärt, sodass unser Patenkind voraussichtlich Ende Januar freigesprochen wird.

Anschließend besuchten wir mit Thierry, Yvette und ihrer Betreuerin – wie am Vortag vereinbart – 2 Internate, um alle nötigen Unterlagen wie Kontonummern usw. zu besorgen. Zurück im Zentrum übergaben wir das letzte Weihnachtsgeschenk an ein Patenkind und besorgten Snacks für unsere „Goodbye-Party“, zu der einige Patenkinder sogar selbst gebastelte Geschenke für ihre Paten mitbrachten. Wir schossen die letzten Fotos, tanzten zum letzten Mal auf afrikanische Rhythmen, unterhielten uns über Zukunftsträume, verteilten die letzten, übrig gebliebenen Lebensmittel und 5.000 RwF-Scheine und umarmten uns unzählige Male…der Abschied fiel uns allen so schwer, dass eine kleine Gruppe von älteren Patenkindern sogar noch nachts um 1.30 Uhr mit zum Flughafen gefahren ist, um uns zu verabschieden. Wir sind uns in diesen 2 Wochen sehr viel näher gekommen und haben uns gegenseitig sehr ins Herz geschlossen…nur 5 Minuten nach dem Check-In meldete sich das erste Patenkind.

Dank Ihnen sind dieses wunderbare Projekt und die damit verbundenen Kontakte zu den Patenkindern möglich!* Dafür danken wir Ihnen von ganzem Herzen! Jedes Patenkind ist so einzigartig… Sie lassen Sie alle grüßen und sprechen mit großer Zuneigung von Ihnen. Ihre Unterstützung lohnt sich – das hat auch diese Reise wieder bestätigt! Die Dankbarkeit Ihnen gegenüber ist riesengroß.

Unser Dank gilt natürlich auch den vielen Patenkindern, die uns jeden Tag zum Lachen gebracht haben, sowie im Besonderen unseren Projektpartnern Egide und Aimée, die uns überall hin begleitet und jeden Tag unzählige Telefonate geführt haben, um verschiedenste Detailfragen zu klären und Termine zu vereinbaren.
Sonja Suermann mit Sebastian Klingen

*Die Kosten der Reise und des Aufenthaltes in Ruanda (einschließlich diverse Restaurantbesuche u.ä. mit verschiedenen Patenkindern sowie Transportkosten) haben wir selbstverständlich vollständig selbst übernommen.

dsc_0706