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ziegen

Sonderprojekte

Das Team der Kinderhilfe Ruanda berät regelmäßig, welche Einzelprojekte dringlich sind und daher unterstützt werden sollen. Besonders hervorzuheben sind die folgenden, bereits durchgeführten Projekte:

Als wir im Sommer 2016 Ruanda bereisten, besuchten wir u.a. zwei Grundschulen: zum einen eine staatliche Schule in Bisesero und zum anderen die Schule Rise to Shine in Masaka.

Mit der Schulleiterin von Rise to Shine, die sich besonders um bedürftige Kinder kümmert und ihnen den Schulbesuch ermöglicht, hatten wir bereits vor einigen Monaten Kontakt aufgenommen. Sie gründete die Schule im Jahr 2011 und betreut derzeit ca. 220 Schüler (Vorschule und Grundschule).

Bei unserem ersten Besuch machten wir uns – bepackt mit 250 Lollis und einem Fußball – auf den Weg über kilometerlange Schotterwege…

…und wurden mit Gesängen und Tanz herzlich von allen Schülern begrüßt. Der Schule fehlte es an fast allem: Stifte, Hefte, Schulbücher, Spielzeug usw., sodass wir uns schnell für eine Hilfsaktion entschieden: wir wollten mithilfe besonders großzügiger Sonderspenden Schulmaterialien im Wert von 1.000 € kaufen.

Die Schule in Bisesero, die wir kurz darauf besuchten, war nicht besser ausgestattet: neben Schulbüchern und anderen Schulmaterialien benötigt sie außerdem dringend weitere Klassenräume, da in jeder Klasse 80-100 Schüler zusammen lernen. Der Bau eines Klassenraumes bleibt allerdings erst einmal Zukunftsmusik… (natürlich wünschen sich die Schulleiter auf lange Sicht auch einen Computerraum, eine kleine Schulbibliothek, eine Mensa u. ä.). Ein Klassenraum kostet in Ruanda etwa 6.000 €.

Wir verbrachten zwei volle Tage damit, in einem Schulbuchverlag und auf verschiedenen Märkten alle Schulmaterialien und Schulbücher zu erwerben. Unsere Einkaufsliste schien unendlich zu sein: 300 Bleistifte, 160 Radiergummis, 12 Klassenbücher, 150 Lineale, 400 Buntstifte, 20 Blöcke Buntpapier, 220 Filzstifte, 220 Spitzer, 50 Reissäcke (zur Herstellung von Lernplakaten), 130 Eddings, 40 Springseile, 20 Fußbälle, 500 Kulis, 4 Geometrie-Sets für die Tafel, Kopiervorlagen, 35 Lesebücher, 7 Bücher Kinyarwanda, 6 Bücher Gesellschaftslehre, 6 Bücher Englisch, Erste-Hilfe-Kasten usw. usw. usw.

Als wir zum zweiten Mal nach Masaka zu Rise to Shine fuhren, war unser Kofferraum voll mit Schulmaterialien. Der Weg dorthin war dieses Mal so staubig, dass wir nach mehreren erfolglosen Anläufen an einer steilen Steigung aus dem Auto aussteigen mussten, um den Ort zu erreichen. Als wir ankamen, wurden wir herzlich von der Schulleitung empfangen und erneut durch alle Klassenzimmer geführt, in denen die Lehrer gerade neue Materialien für den Unterricht erstellten, wie z.B. Plakate aus Reissäcken. Nachdem Monique, die Leiterin der Vorschule, alle Materialien in der Inventarliste der Schule aufgelistet hatte, sprach Ibra, der Dean of Teachers, ein langes Gebet und dankte allen deutschen Sponsoren. Am Ende durfte natürlich auch ein Gruppenfoto nicht fehlen!

Bei unserer Ankunft in Bisesero wurden „unsere Jungs“, erst einmal von einer Gruppe von Kindern beschlagnahmt, um mit einem selbst gebastelten Ball Fußball zu spielen. Anschließend übergaben wir auch hier unzählige Schulmaterialien und Bücher (Lesebücher und Schulbücher). Da die meisten Lehrer ein äußerst bescheidenes Gehalt bekommen (zwischen 50 und 70 € pro Monat), ist es für sie kaum möglich Lehrmaterial wie Landkarten, Kreide usw. zu kaufen.

Die Freude war riesig! Wir hoffen, auch in Zukunft eng mit Schulen zusammen zu arbeiten.
Herzlichen Dank an alle Sponsoren, die diese wunderbare Aktion ermöglicht haben, insbesondere die Kirchengemeinde St. Matthäus Alfter, unsere langjährigen Paten Frau Hannelore Betz, Frau Ursula Mann und Sebastian Klingen!

Sonja Suermann

In den Sommerferien 2016 besuchten wir gleich zu Beginn unserer Reise Bisesero, eine Region, die von Genozid-Überlebenden bewohnt wird und zu den ärmsten Landstrichen Ruandas zählt. Dort sprachen wir mit dem Dorfvorsteher, um zu erfahren, wie wir am besten helfen konnten, und bekamen eine ganz simple Antwort: am meisten würden sich die Menschen über Ziegen freuen!
Kurzerhand entschieden wir einen Spendenaufruf über alle uns zur Verfügung stehenden sozialen Medien zu starten und bekamen innerhalb von 2 Wochen ganze 120 Ziegen zusammen! Diese sollten auf zwei Dörfer aufgeteilt werden: Zum einen Bisesero im Westen Ruandas und zum anderen Rutunga in der Nähe von Kigali.

Bisesero
Mit zwei Patenkindern und unserem ruandischen Projektpartner Egide fuhren wir (Sonja und Sebastian) am Ende der dritten Ferienwoche Richtung Bisesero. Am Kivu-See übernachteten wir im wunderschönen Hotel Rwiza Village und machten am nächsten Morgen, bevor es losging, noch eine kleine Bootsfahrt. Für unsere Patenkinder war beides ein einmaliges Erlebnis, denn sie waren vorher in ihrem Leben weder auf einem Boot noch in einem Hotel gewesen. Entsprechend viele „Selfies“ wurden geschossen und es wurde darüber diskutiert, wer nun „the blackest“ auf den Fotos sei – wir hatten einen riesen Spaß zusammen!

Als wir um die Mittagszeit in Bisesero ankamen, übergaben wir zunächst der dortigen Grundschule Schulmaterialien und Bücher, die wir mit Hilfe mehrerer Einzelspenden gekauft hatten. Da die meisten Lehrer ein äußerst bescheidenes Gehalt bekommen (zwischen 50 und 70 € pro Monat), ist es für sie kaum möglich Lehrmaterial wie Landkarten, Kreide usw. zu kaufen.

Auf der Dorfwiese von Bisesero hatten sich in der Zwischenzeit 60 Familien versammelt, die jeweils eine Ziege von uns bekommen sollten. Tage zuvor hatten die Dorfbewohner diese Familien bei einer Versammlung (unter Leitung des Village Leaders) unter Bedürftigkeitsgesichtspunkten ausgewählt und eine entsprechende Liste erstellt. Auf der Wiese um die Anwesenden waren die laut meckernden Ziegen angeleint! Sowohl der Village Leader als auch der Cell Leader hielten eine Rede für uns und dankten vor allem den vielen Sponsoren in Deutschland: „May God bless you!“ Anschließend stellte Egide uns und unser Projekt auf Kinyarwanda vor und übersetzte die Worte, die wir noch an das Dorf hinzufügten: „Wir hoffen, im nächsten Jahr zahlreiche Zicklein vorzufinden.“ Der Applaus war riesig!

In mehreren Gruppen zu je ca. 10 Personen wurden dann die einzelnen Familien vorgelesen, die für das Foto mit ihren Ziegen nach vorne kamen und sich herzlich bedankten. Die Gesamtsumme für die Ziegen belief sich letztlich auf 1.440.000 RwF (24.000 RwF pro Ziege = 27 €) – so hatten wir sogar noch Geld übrig für die zweite Ziegenübergabe. Die Atmosphäre im Dorf war einfach wunderbar: Die vielen, vor Freude strahlenden Gesichter werden uns noch lange in Erinnerung bleiben!

Ziegen für Rutunga:
Der Ziegentransport nach Rutunga, einem besonders armen Sektor nördlich von Kigali, war fast noch spektakulärer: wir fuhren zu viert (Projektmitarbeiter Kenneth, Sonja, Egide und Patenkind Gilbert) über Schotterpisten bis zum Ort Gikomero. Dort waren wir mit einem Ziegen-Großhändler und seinen Helfern verabredet, um den Transport der Ziegen live mit zu verfolgen. An zwei verschiedenen Stellen wurden mit einem Pick-Up die „bestellten“ 60 Ziegen eingesammelt und auf den Wagen gehievt.

Auf dem Weg kamen wir an eine Brücke, die erst einmal repariert werden musste, um halbwegs befahrbar zu sein – geschickt befestigten die Helfer die losen Baumstämme …

Als wir in Rutunga ankamen, warteten bereits unzählige Kinder und diejenigen Personen auf uns, die eine Ziege erhalten sollten. Wie in Bisesero hatte der Sozialbeauftragte in Abstimmung mit der Dorfgemeinschaft eine Liste mit den bedürftigsten Familien vorbereitet. Da nicht mehr als 40 Ziegen auf die Ladefläche des Pick-Ups passten, musste dieser noch einmal zurück fahren, um die restlichen 20 Ziegen zu holen. Während der Wartezeit kamen mindestens weitere 60-80 Kinder, um uns zu sehen. Kenneth fand sofort eine kleine Freundin, die ihm überall hin folgte und veranstaltete mit den Kindern ein Wettrennen. Die Ziegen grasten derweil im Gras und musste immer wieder eingefangen werden, wenn sie versuchten abzuhauen …

Als der Pick-Up mit der zweiten „Ladung“ kam, konnte die Übergabe beginnen: mit Hilfe zahlreicher Jungs wurden die Ziegen eingefangen und den jeweiligen Familien übergeben.

Und dann geschah etwas, das wir so noch nicht erlebt hatten: die Grundschule auf der anderen Seite des Dorfplatzes hatte Schulschluss und ca. 1.000 Schüler kamen jubelnd auf uns zugestürmt: jeder Schüler wollte einmal testen, wie sich weiße Haut anfühlt!

Auch dieser Tag in Rutunga wird unvergesslich sein – dank den Sponsoren und dank der guten Zusammenarbeit zwischen den verantwortlichen Ansprechpartnern vor Ort: den Sozialbeauftragten, den Dorfbewohnern, den Ziegenhändlern und unserem ruandischen Projektpartner!

Von Herzen VIELEN DANK!!
Sonja Suermann

2s

Im Sommer 2015 verbrachten wir insgesamt fünf Wochen im wunderschönen Ruanda und konnten durch zahlreiche Erlebnisse, Begegnungen, Gespräche mit Einheimischen und Unternehmungen sowohl das Land als auch die Menschen vor Ort besser kennen lernen.

Auf verschiedenen Fahrten durch Ruanda wurde uns die Armut gerade in den ländlichen Gebieten so hautnah bewusst, dass wir kurzerhand beschlossen, ein Projekt zu starten! Da viele Menschen in dem Dorf Nkamba immer noch auf dem harten Lehmboden schlafen, entschieden wir durch einen Spendenaufruf in unserem Bekanntenkreis Geld für 150 Matratzen zu sammeln, was tatsächlich innerhalb von 10 Tagen gelang. In der Zwischenzeit hatte der Sozialbeauftragte des Dorfes in Abstimmung mit den Dorfbewohnern eine Liste der 150 bedürftigsten Personen erstellt, die eine Matratze erhalten sollten.

Nachdem wir mit einer Matratzenfabrik in Kigali den Preis verhandelt hatten, war es so weit: Auf dem Kopf der Fabrikarbeiter wurden die Matratzen aus dem Lager geholt, meterhoch auf einen Transporter gestapelt und Richtung Nkamba transportiert. Die letzten 9 km waren auf einer Schotterstraße mit abenteuerlichen Schlaglöchern zurückzulegen, so dass die Matratzen auf dem Transporter bedenklich wankten. Ganz oben auf dem Stapel lag – zu unserem Schrecken – ein Helfer, der Stromleitungen und Äste aus dem Weg schaffte! Wir hatten große Angst, dass er herabstürzen könnte, aber scheinbar machte er das nicht zum ersten Mal. Im Dorf angekommen, wurden wir mit ruandischen Tänzen und Gesängen begrüßt, der Chief des Sektors dankte uns im Namen der ruandischen Regierung und dann wurden die Empfänger der Matratzen einzeln verlesen und nahmen ihre Matratze entgegen. Die Freude war unbeschreiblich groß! Noch auf dem Heimweg sahen wir, wie einzelne Personen ihre Matratze – ordentlich mit Bananenblättern zusammengerollt – auf dem Kopf nach Hause trugen. Diese Aktion, aber auch die Zeit insgesamt in Ruanda werden wir für immer dankend in Erinnerung behalten!

Patricia ('Mama Diane')

Während eines Besuchs bei ihrem Patenkind Diane in Kabuga im Sommer 2015 erfuhr unsere Patin Anett, dass Dianes Mutter seit langem davon träumte einen eigenen kleinen Laden zu eröffnen, um durch den Verkauf von Speisen und Getränken den Lebensunterhalt für sich und ihre Kinder zu sichern. Nachdem Mama Diane wenige Tage später einen „Business Plan“ in Form einer Ausgaben-/Einnahmenrechnung aufgestellt hatte, entschied Anett sie durch eine großzügige Sonderspende bei ihrem Vorhaben zu unterstützen.

Am nächsten Tag ging es los: Wir besichtigten zwei Ladenlokale und verhandelten die monatliche Miete mit Mama Dianes zukünftigem Vermieter. Anschließend kauften wir gemeinsam eine Theke, einen Tisch mit Stühlen, einen Kohleofen, Geschirr und eine Grundausstattung an Vorräten (Speisen und Getränke) für den Verkauf. Wenige Tage später eröffnete Mama Diane ihr neues Geschäft. Wir wünschen ihr viel Glück und Erfolg!

Je nach Spendenaufkommen planen wir die Ausstattung ausgewählter Schulen mit Wassertanks und Arbeitsmaterialien, insbesondere Schulbüchern. Besonders auf dem Land und in einigen Stadtrandgebieten fehlen selbst grundlegende Materialien, was das Lernen erheblich erschwert.