slider_6
slider_5
slider_4
slider_3
slider_2
slider_1
notebook_slider_2
ziegen

Berichte

Die Kinderhilfe Ruanda unterstützt Waisen und andere bedürftige Kinder und Jugendliche in Ruanda durch die Ermöglichung einer umfassenden Bildung (Schule, Berufsausbildung, Studium) und schafft dadurch wirtschaftliche Unabhängigkeit für die Betroffenen. Darüber hinaus gewährt die Kinderhilfe Ruanda Existenzsicherungs- und Notfallhilfen für bedürftige Kinder und Jugendliche sowie deren Familien. Diverse Sonderprojekte runden unsere Arbeit ab.

Auf unseren Seiten berichten wir über unsere bisherige Tätigkeit, unsere Vorhaben und geben einen Einblick in die aktuelle Situation vor Ort. Erfahren Sie mehr über die Lebenssituation der Kinder und Jugendlichen in Ruanda und wie Sie helfen können diese zu verbessern.

Liebe Paten, liebe Sponsoren!

Auch in diesem Winter nutzten wir die Zeit der Weihnachtsferien, um nach Ruanda zu fliegen und vor Ort gemeinsam mit unserem ruandischen Projektpartner Egide die Projektarbeit durchzuführen, die Sie durch Ihre großartige Unterstützung erst möglich machen. Hier nun der Bericht von den 2 wunderbaren Wochen in Ruanda:

Samstag, 22.12.2018

An unserem ersten Tag in Ruanda stand zunächst einmal viel Organisatorisches auf dem Programm, schließlich sollten die Tage vor Ort gut geplant sein, um all unsere Vorhaben effektiv umsetzen zu können. Am frühen Nachmittag trafen wir uns mit der Mutter zwei unserer Patenkinder (Solene und Soleil). Durch eine großzügige Spende der Paten konnten wir gemeinsam mit Mama Soleil, so wird sie von allen genannt, in der Stadt Friseurbedarf shoppen. Mit strahlenden Augen konnte sie mithilfe einer vorbereiteten Liste all die Dinge einkaufen, die sie für den Start ihres eigenen Friseur-Business braucht, um sich und ihre 5 Kinder versorgen zu können. Neben einem Frisierwagen, einem Föhn, Glätteisen und einem Lockenstab kauften wir auf einem zweiten Markt auch noch einige Pakete Kunsthaar. Anschließend fuhren wir gemeinsam mit Mama Soleil zu ihr nach Hause, wo uns schon ihre 5 Kinder freudig entgegenkamen.

Sonntag, 23.12.2018

Heute ging es für uns in den Sektor Rutunga. Wir machten uns früh auf den Weg, da wir zahlreiche Geschenke unserer Paten an ‚ihre‘ (Paten)Kinder verteilen wollten. Auf dem Weg machten wir noch einmal Halt, um Kekse für alle Kinder und eine Matratze für Jean-Pierre zu besorgen. Die Matratze wurde geschickt mit Bändern am Wagen befestigt und weiter ging es auf zunehmend unbefestigten Pisten bis nach Rutunga. Aufgrund des Regens der letzten Nacht waren die Straßen sehr aufgeweicht und ab und an mussten wir aussteigen, um knifflige Stellen mit dem Wagen zu überwinden. Bereits auf dem Weg haben wir einige Patenkinder getroffen, die uns freudig begrüßten. Wir besuchten Latipha, Gatoya (wo wir auch Gisele trafen), Janvier, Jean de Dieu, Sifa, Anita, Jean-Pierre und Claudine zu Hause. Jean-Pierre bekam schließlich auch seine Matratze, über die sich die ganze Familie wahnsinnig freute. Hang auf und Hang ab liefen wir von Familie zu Familie, immer begleitet von zahlreichen Kindern aus dem Dorf, die uns den kürzesten Weg zeigten. Erst als es schon dämmerte, kamen wir am Haus von Solange an, begleitet von einer riesigen Traube an Kindern und Erwachsenen, und verteilten die restlichen Geschenke an die Patenkinder und konnten so viele strahlende Kinderaugen sehen. Diese Momente sind einfach unbezahlbar. Dort trafen wir auch Thierry, Theogene, Arlene, Olive, David und Donasiane mit seinen Geschwistern. In der Dunkelheit ging es dann für uns zurück zum Wagen, natürlich wieder in zahlreicher Begleitung.

Montag, 24.12.2018

Den Vormittag nutzte Sonja für die Überweisungen an die Patenkinder. Am Nachmittag trafen wir uns mit einigen der älteren Patenkinder, die schon studieren, zum gemeinsamen Essen. Zusammen saßen wir an einem großen Tisch, plauderten, tauschten uns über das Studium und die zukünftigen Pläne aus und verbrachten einen sehr schönen Abend. Die Studenten schrieben Briefe an ihre Paten und einige von ihnen erhielten Geschenke und Weihnachtsgrüße, über die sie sich natürlich sehr freuten.

Dienstag, 25.12.2018

Der Dienstag war ein ganz besonderer Tag: Weihnachten in Ruanda – und das sollte natürlich gefeiert werden. Christel, eine langjährige Patin und Unterstützerin des Vereins, verbrachte gemeinsam mit ihrer Tochter und ihrem Schwiegersohn, ebenfalls Paten bei der Kinder- und Jugendhilfe Ruanda, ein paar Wochen in Ruanda. Christel unterstützt momentan 10 Patenkinder und steckt viel Herzblut in dieses Projekt. Für ihre Patenkinder und deren Familien in Kigali wollte Christel ein Weihnachtsfest organisieren. Gesagt, getan, um 15.00 Uhr kamen die ersten Kinder mit ihren Geschwistern und Müttern zum Saint Pauls Center in Kigali. Es wurde gemeinsam gegessen, getrunken, gelacht und gespielt und jedes Kind erhielt eine Tüte mit Geschenken. Außerdem gab es noch einen weiteren Geschenketisch, von dem sich jedes Kind etwas aussuchen durfte. Christel spendierte neben Stollen, Spekulatius, Dominosteinen und Popcorn, die sie aus Deutschland extra mitbrachte, auch verschiedenste Früchte und Getränke. Gegen Ende führten die Kinder noch Tänze und Lieder auf, um sich bei Christel zu bedanken. Es war ein wundervoller Nachmittag mit einer sehr herzlichen Atmosphäre.

Mittwoch, 26.12.2018

Heute standen viele organisatorische Dinge auf dem Programm: Überweisungen, das Überprüfen der Spendeneingänge, sowie die Konkretisierung der Pläne für die nächsten Tage. Am späten Nachmittag trafen wir uns dann mit Sandrin Bwongera, einem Bauherren aus Kigali, der bereits in der Vergangenheit für die Planung und den Bau einer anderen Schule in Ruanda verantwortlich war und darüber hinaus auch viele weitere Bauprojekte bereits erfolgreich abgeschlossen hatte. Bis ins kleinste Detail wurden unsere Vorstellungen einer Nursery School (Vorschule) besprochen und die entsprechenden Umsetzungsmöglichkeiten diskutiert. Mehrere Stunden saßen wir über den Plänen, was sehr spannend war, da das Projekt Schulbau so bereits konkretere Formen annahm.

Donnerstag, 27.12.2018

Nachdem am Vorabend erste wichtige Details bezüglich des Schulbaus besprochen wurden, fuhren wir am 27.12. noch einmal in den Sektor Rutunga, genauer nach Nyamvumvu, dem Dorf, in dem sich unser Stück Land befindet. Zum ersten Mal konnte Sonja das Grundstück vor Ort sehen, es begehen und die wundervolle Aussicht auf den Muhazi-See im Tal genießen. Wir konnten im Laufe des Tages zahlreiche Familien zu Hause besuchen und so die Menschen im Dorf bereits ein erstes Mal kennenlernen. Dabei nahmen wir direkt einige Daten der Kinder in Patenprofilen auf, die später unsere Schule besuchen und als Patenkinder aufgenommen werden können. Außerdem wurden an diesem Tag in Nyamvumvu die ersten der bis dato 16 gespendeten Solaranlagen installiert, die wir bei Eintritt der Dämmerung noch kontrollierten. Bereits am nächsten Tag waren alle 16 Solaranlagen installiert, eine großartige Aktion!

Freitag, 28.12.2018

Am 28.12. stand zunächst einmal wieder einiges Organisatorisches auf dem Programm. Dabei ging es einmal mehr um die offizielle Registrierung unseres Vereins als NGO (Non-Gouvernemental-Organisation) beim RGB (Rwandan Governance Board), der Klärung von Bankangelegenheiten und die Vorbereitung der Einkaufslisten für das Schulmaterial unserer Patenkinder. Als all dies abgearbeitet war, ging es für uns ans Eingemachte: Es galt Schulmaterialien für 41 SchülerInnen an 4 verschiedenen Schulen einzukaufen. In weiteren Zahlen bedeutete dies unter anderem: 78 Pakete Bleistifte, 91 Anspitzer und 500 Schreibhefte.

Samstag, 29.12.2018

Am Samstag ging es für uns nach Rusheshe, schließlich sollten all die eingekauften Schumaterialien auch verteilt werden. Auf dem Weg machten wir noch die letzten Besorgungen auf dem Markt und kauften außerdem eine Matratze und zwei Kissen für Hybesi und seine Familie, ein Weihnachtsgeschenk seiner Paten. Voll beladen fuhren wir zur „Rise to Shine“ – Schule, um uns dort mit all unseren Patenkindern und deren Eltern und Geschwistern zu treffen.

Wir wurden bereits sehnsüchtig erwartet und mit vielen herzlichen Umarmungen begrüßt, die Wiedersehensfreude war auf allen Seiten riesengroß. Gemeinsam wurden dann die Dankesbriefe an die Paten geschrieben, mitgebrachte Fotos verteilt und in der Zwischenzeit auch das Schulmaterial nach Klassenstufen sortiert gestapelt. Jedes Kind von klein nach groß erhielt dann seine Schulsachen und einige der Patenkinder auch Briefe oder Geschenke, über die sie sich natürlich besonders freuten. Bis nach Einbruch der Dunkelheit verteilten wir all die Sachen, sodass wir bald ohne Handytaschenlampen nichts mehr gesehen hätten.

Anschließend ging es noch mit dem Wagen zu Hybesis Haus, wo uns schon seine Großmutter und Mutter freudig entgegenkamen. Es war so schön zu sehen, wie die Solaranlage, die letzten Sommer installiert wurde, das Licht auf das so abgelegene Grundstück der Familie warf und wir uns somit das Haus auch jetzt, nach Einbruch der Dunkelheit, ansehen konnten. Voller Dankbarkeit wurden wir dann verabschiedet und wollten uns auf den Rückweg nach Kigali machen. Leichter gesagt als getan, denn aufgrund der Regenfälle waren die Straßen so aufgeweicht und verschlammt, dass wir auch mit unserem Geländewagen irgendwann feststeckten – mitten im Nirgendwo. Da tauchten auf einmal aus der Dunkelheit ein paar Einheimische auf, die uns barfuß und sehr ausdauernd dabei halfen, den Wagen immer wieder aus den Matschlöchern zu schieben. Ohne diese tolle Hilfe hätten wir es wohl nicht mehr nach Kigali geschafft.

Sonntag und Montag, 30. und 31.12. 2018

Nach den aufregenden und prall gefüllten letzten Tagen hieß es jetzt für uns: 2 Tage entspannen. Wir machten einen Ausflug zum Akagera Nationalpark, im Osten Ruandas. Auf dem Weg dorthin trafen wir uns noch mit Espérance, Steven, Emmanuel, Fred und Faustin, um uns mit ihnen auszutauschen und auch die Dankesbriefe für die Paten zu formulieren. Es ist immer wieder schön zu sehen, wie sich die Kinder und hier vor allem die Jugendlichen weiterentwickeln und zu jungen, selbstbewussten Erwachsenen heranwachsen.

Dienstag, 01.01.2019

Den Neujahrstag nutzten wir wieder für Organisatorisches: die weiteren Tagesplanungen, zahlreiche Überweisungen, die Spendenabrechnungen des nun vergangenen Kalenderjahres sowie eine erste grobe Planung bezüglich der Inneneinrichtung unserer Schule standen auf dem Programm. Gemeinsam überlegten wir, welches Mobiliar und welche Ausstattung in einer Vorschule notwendig wären und malten erste eigene Raumskizzen auf.

Mittwoch, 02.01.2019

Nach dem gestrigen Tag voller Büroarbeit und organisatorischer Dinge freuten wir uns sehr darauf, heute wieder weitere Patenkinder zu besuchen. Wir fuhren nach Nyamirambo, Gisozi, Kagugu und Kimisagara. Zunächst besuchten wir Hope, fuhren dann weiter zu den Häusern von Liliane, Denise und Therese und anschließend zur Glory School, wo wir Samuel, Nice, Hasila, Salim, Mugisha, Ben und Denise wiedertrafen, die schon gemeinsam mit uns Weihnachten in Saint Paul´s verbrachten. Heute bekamen sie ihre Schulsachen und freuten sich sehr darüber.

Dann ging es für uns weiter nach Gisozi. Dort trafen wir uns zunächst mit Claudine, Dedieu und deren Mutter, um das Weihnachtsgeschenk der Paten einzulösen: Gemeinsam kauften wir auf dem Markt Schuhe für jedes der vier Kinder, ein Kochset für die Mutter, eine Matratze, drei Schultaschen sowie ein Bettlaken und Kissen für die Familie ein. Welch großartiges Weihnachtsgeschenk! Die Kinder und ihre Mutter grinsten über beide Ohren und konnten ihr Glück kaum fassen. Mit dem Wagen brachten wir alles zu deren Lehmhaus, Claudine und Dedieu durften bei uns mitfahren und saßen ganz aufgeregt und mit großen Augen zum ersten Mal in einem Auto. Später trafen wir am Haus der Familie noch Ariella, Aline und Adeline, die alle heute ihre Schulsachen erhielten. Die Wiedersehensfreude war mal wieder sehr groß und so fiel es schwer, sobald auch schon wieder „Tschüss“ zu sagen. Jedoch ging es für uns noch weiter zu Bryan, der ebenfalls Schulmaterial für sein erstes Vorschuljahr erhielt und schließlich zu Daniella, die uns bereits wieder in der Dunkelheit durch ein Labyrinth an Wegen und Hausecken bis zu ihrem Haus führte, wo sie freudestrahlend ein Weihnachtsgeschenk auspacken durfte und direkt mit all den tollen Sachen spielte.

Donnerstag, 03.01.2019

Wir fuhren ein weiteres Mal nach Rutunga, da wir noch nicht alle Patenkinder hier gesehen hatten und das unbedingt nachholen wollten. Außerdem gab es weitere Weihnachtsgeschenke zu verteilen und Briefe von den Paten, die es vorzulesen galt. Wir genossen die Zeit mit den Kindern, alle hatten viel Spaß, es wurden weitere Fotos geschossen, Dankesbriefe geschrieben, gelacht und sogar getanzt. Auch Jyajya, Kubwimana, Fuhara und Monique trafen wir noch, die etwas weiter außerhalb wohnen.

Anschließend fuhren wir weiter nach Nyamvumvu. Aufgrund von Sonderspenden hatten wir die Möglichkeit, 9 Ziegen an besonders bedürftige Familien im Dorf zu verteilen. Was für ein Spektakel: Zunächst einmal mussten alle Ziegen eingefangen werden, was sich bei der ein oder anderen Ziege als gar nicht so einfach herausstellte. Dann wurden den einzelnen Ziegen vom Dorfvorsteher Nummern zugeteilt, da das Losglück entscheiden sollte, wer welche Ziege erhält. Anschließend stellten sich die ausgewählten Männer und Frauen mit ihren Ziegen auf, einige Ziegen erhielten dann ein Namensschild mit dem Spendernamen. Kurzerhand wurden die Ziegen dann von den Dorfbewohnern getauft und so machten sich nach der Vergabe die Ziegen Robert, Laura, Anne und Co mit ihren neuen Besitzern auf den Nachhauseweg. Ebenfalls eine tolle Aktion! Wir besuchten anschließend noch einmal zwei Familien aus Nyamvumvu, deren Kinder wir neu als Patenkinder aufgenommen hatten und kontrollierten zugleich die neu installierten Solaranlagen in diesen Familien. Mit sehr viel Dankbarkeit und Freude wurden wir herzlichst willkommen geheißen und später auch wieder verabschiedet. Im Dorf Nyamvumvu konnten aufgrund der eingegangenen Spenden allein jetzt im Winter insgesamt 18 Solaranlagen installiert werden. Was für ein toller Erfolg! Ein riesiges Dankeschön geht an alle Spender, die den Familien einen ganz neuen Alltag nach Einbruch der Dunkelheit ermöglicht haben!

Freitag, 04.01.2019

Am vorletzten Tag in Ruanda galt es noch einige organisatorische Dinge in Kigali zu erledigen. Am Nachmittag fuhren wir dann nach Muhanga, westlich von Kigali, um unsere Patenkinder Emmanuel, Pacifique und Clementine zu besuchen. Auch Clementines Schwester Carine war dabei, als alle 4 Kinder Geschenke von den Paten auspacken durften. Die Freude war einmal mehr unbeschreiblich groß und die strahlenden Augen der Kinder sprachen Bände. Wir schauten uns die Zeugnisse der Kinder an, sprachen über die Schule und den Alltag. In der Dunkelheit wurden wir schließlich zurück zum Auto begleitet und herzlich verabschiedet, denn für uns ging es zurück nach Kigali.

Samstag, 05.01.2019

An unserem letzten Tag in Ruanda machten wir noch die letzten Besorgungen: Wir kauften beispielsweise das Schulmaterial für Gatoya ein, die ab Januar ein Internat besuchen wird und erledigten die letzten organisatorischen Dinge, bevor der Flug zurück nach Deutschland ging.

Die zwei Wochen in Ruanda vergingen wie im Flug. Wieder einmal konnten wir zahlreiche Vorhaben umsetzen und hatten sehr viel persönlichen Kontakt zu unseren Patenkindern und deren Familien, der uns auch ausgesprochen wichtig ist. Ein riesiges Dankeschön gilt Ihnen, allen Paten und Sponsoren, die diese Arbeit vor Ort durch eine so tolle Unterstützung überhaupt erst ermöglichen. Das Jahr 2019 wird ein sehr spannendes Jahr, da die ersten Grundsteine für den Bau einer Nursery School gelegt wurden und die Realisierung dieses Projekts nun bevorsteht. Wir freuen uns auf die zukünftige Zusammenarbeit mit Ihnen und wünschen Ihnen für das Jahr 2019 viel Gesundheit und alles Gute!   

Liebe Paten und Sponsoren,

in diesem Sommer war ich insgesamt vier Wochen mit unserem Projektpartner in Ruanda unterwegs und habe dort – wie immer – viel erlebt:

In Rusheshe besuchten wir an zwei Tagen insgesamt 28 Patenkinder zu Hause und übergaben u.a. Geschenke aus Deutschland wie z.B. ein Nähset oder Fußbälle. Die Kinder freuten sich riesig über unseren Besuch und waren zum Teil nicht wieder zu erkennen: Vor einem halben Jahr war Yve z.B. noch so schüchtern, dass er weder lächelte noch mit uns sprach, und jetzt strahlte er bis über beide Ohren und antwortete ganz selbstbewusst auf Englisch: “I’m fine, thank you”.

An einem weiteren Tag fuhren wir zur Schule Rise to Shine, um einige Schulmaterialien wie Kreide etc. zu übergeben, die wir zuvor besorgt hatten. Die Elternvertreter waren auch vor Ort und brachten Geschenke für uns mit – was für eine großartige Überraschung!

In Rutunga führten wir mehrere Projekte durch: Wir installierten 15 Solaranlagen, verteilten 28 Kochsets und Kleidung, besuchten 18 Patenkinder und übergaben eine Ziege sowie weitere Geschenke aus Deutschland. Außerdem erstellten wir einige neue Patenbögen. Wie immer ist unser Besuch ein großes Ereignis: Als wir im Tal ankamen, rannten zahlreiche Kinder auf uns zu und begleiteten uns von einer Lehmhütte zur anderen …

Einige Kinder trafen wir, als sie gerade Wasser vom Fluss holten. Wie furchtbar schwer diese Kanister sind! Ein Leben ohne fließendes Wasser zu Hause können wir uns wohl kaum vorstellen …

Vor einem weiteren Besuch besorgten wir auf dem Kimironko Market in Kigali insgesamt 28 Kochsets, die jeweils aus 1 großen Kochtopf, 6 Tellern, 6 Schüsseln, 1 Set Gabeln und Löffeln, 1 Kochlöffel, 1 scharfen Messer, 1 Kanne und 6 Tassen bestanden. Die für die Kochsets ausgewählten Familien kamen zu verschiedenen Treffpunkten und nahmen die Geschenke glücklich an. Tausend Dank an die zahlreichen Spender! Die Freude war wirklich unbeschreiblich: eine Familie schenkte uns als Dankeschön sogar ein lebendes Huhn!

Bei der Installation der 15 Solaranlagen hatten wir Glück: die Firma Ignite Power sandte uns wieder „unseren“ Techniker, der uns bereits im Winter begleitet und seine Arbeit besonders gut gemacht hatte. Wie immer ist die Freude über eine Solaranlage unglaublich groß, denn mit einer solchen Lebensverbesserung – Licht zu haben! – hat keine der ausgewählten Familien jemals in ihrem Leben gerechnet!

Auch hier DANKE an alle Sponsoren!

In Kigali waren wir an zahlreichen Tagen mit Behördengängen und Büroarbeiten beschäftigt, um die Registrierung unseres Vereins vor Ort abzuschließen und eine neue Projektidee zu besprechen: den Bau einer Schule in Rutunga – dazu bald mehr! Außerdem trafen wir uns in Kigali mit einigen unserer Studenten und älteren Schüler:

Auch besuchten wir im Stadtteil Gisozi die inklusive Vor- und Grundschule St. Louis et Zelie, zu der wir bereits im Vorfeld Kontakt aufgenommen hatten und die wir dank einer Sonderspende mit einem Laptop und zahlreichen Schulbüchern im Wert von insgesamt 500 € ausstatten konnten. Ein Viertel der 120 Schüler ist sehr arm: Sie können keine Schulgebühren bezahlen, da die Mütter in diesem Stadtteil oft alleinerziehend sind und durch Gelegenheitsarbeiten max. 1-3 € pro Tag verdienen. Ein paar dieser Schüler werden wir in unser Projekt aufnehmen.

Überall treffen wir auf Schicksale besonderer Art, erfahren die Sorgen der Menschen, erleben aber auch die immense Kraft und Fröhlichkeit der vielen Kinder und Eltern, wenn wir vorbei kommen.

Diesen tiefen Einblick in die Lebensweise der Menschen verdanken wir in erster Linie unserem Projektpartner Egide Rwabashi: Er hat mit viel Einsatzbereitschaft und Koordinationstalent die einzelnen Projekte erst ermöglicht und alle Gespräche mit den Einheimischen geduldig ins Englische übersetzt! Ohne seine Hilfe wäre unser Projekt nur schwer möglich.

Aber auch ohne Ihre großzügigen Spenden könnten wir diese wunderbare Arbeit nicht machen. Im Namen unserer ruandischen Kinder und Jugendlichen und des gesamten Teams danke ich Ihnen von ganzem Herzen!

Liebe Paten und Sponsoren,

hier mein Reisebericht zu unserer ersten gemeinsamen Patenreise nach Ruanda im Sommer 2107.

„Endlich in Ruanda angekommen“ hieß es für alle Teilnehmer der Reisegruppe, nachdem sie bis zum 23. Juli 2017 alle wohlbehalten in Kigali, der Hauptstadt, nach und nach gelandet waren. Ob sie ahnten, was sie alles erleben und mit welchen Erfahrungen sie wieder die Heimreise antreten würden?

Seit Längerem schon hatten Paten ihr Interesse bekundet nach Ruanda zu reisen, ihrem Patenkind zu begegnen und das Land kennen zu lernen. In diesem Jahr war es schließlich soweit und sie sollten nicht enttäuscht werden.
Sonja, die bereits eine Woche vorher nach Ruanda gereist war und auf etliche mehrwöchige Aufenthalte in dem Land zurückblicken konnte und somit bestens vertraut war mit den Begebenheiten und der Mentalität der Menschen dort, machte sich selbst nachts auf den Weg zum Flughafen, um jeden Einzelnen in Empfang zu nehmen und ihn in dieser unbekannten Welt sicher in seine Unterkunft zu begleiten. Begleitet und unterstützt wurde sie dabei von Egide, unserem Projektpartner vor Ort, der in den folgenden zwei Wochen zur unentbehrlichen und umsichtigen Hilfe Nyabugogo (Busbahnhof) werden sollte.

Schon beim ersten Verlassen der Unterkunft wurde klar: Nun sind wir, die Weißen, plötzlich diejenigen, die alle Blicke auf sich zogen und mal direkt, mal heimlich und verstohlen beäugt wurden. Und wo auch immer wir auftauchten, z.B. beim Einkauf auf dem Markt oder auf dem Land beim Stopp mit dem eigens für uns gemieteten Bus, um Landschaftsfotos zu schießen: in Sekundenschnelle wurden wir umringt von neugierigen, aber auch erwartungsvollen Kindern, die wie aus dem Nichts plötzlich auftauchten, aber auch von feilbietenden Händlern oder einfach nur von Neugierigen.

Wir staunten nicht schlecht, wie einfach der Erwerb einer ruandischen SIM-Karte und eines Telefonguthabens bzw. eines Internetzugangs (für jeweils 1 €) ist: An jeder Straßenecke befanden sich gelbfarbene Stände, an denen man dies von zumeist Jugendlichen erwerben konnte. Da drängten sich Vergleiche zu Deutschland geradezu auf!

Sonja hatte im Zusammenwirken mit Kenneth (ebenfalls Vorstandsmitglied) und Egide ein umfangreiches und vielfältiges Programm für die gemeinsamen Tage erstellt und zugleich alle notwendigen Vorbereitungen getroffen. Dabei wurde großer Wert darauf gelegt, dass die Reisegruppe die unterschiedlichsten Gesichter Ruandas kennen lernt: die schönen, überwältigenden, aber auch die dunklen Seiten dieses Landes, seiner Geschichte und seiner Menschen.

Schon beim Rundgang durch die Stadt, der uns unter anderem an der deutschen Botschaft und dem Präsidentenpalast vorbeiführte, wurden wir nicht von einer Gedenkstätte verschont, die an die brutale Ermordung von zehn belgischen Blauhelmsoldaten durch Soldaten der Präsidentengarde im April 1994 erinnert, die zum Schutz der ruandischen Ministerpräsidentin abgestellt waren. In dem Gebäude
sind noch die unzähligen Einschusslöcher zu sehen und lassen erahnen, mit welcher Aussichtslosigkeit und Verzweiflung die Belgier um ihr Leben gekämpft haben müssen.
Ähnlich bedrückend gestaltete sich der Besuch des Genocide Memorial Center in Kigali, das uns das schier Unfassbare dessen, was vor 23 Jahren geschehen war, vor Augen führte und tiefe Nachdenklichkeit hinterließ: Warum haben die Vereinten Nationen und damit die Weltöffentlichkeit keine Hilfe geleistet? Und schauen wir heute nicht wieder zu bei den Brennpunkten der Welt? – Aber damit nicht genug: Die Reisegruppe besuchte auch zwei Kirchen, in denen Menschen Zuflucht gesucht hatten in der Annahme, an diesem ‚heiligen‘ Ort würden die Mörder von ihrem Treiben ablassen. Doch gerade hier fanden die schlimmsten Massaker statt. In einer Woche sollen hier 10 000 Menschen bestialisch umgebracht worden sein! Wir besuchten bei dieser Gelegenheit die Mutter unseres Patenkindes Josiane, eine von sieben Überlebenden dieses Massakers, bei dem sie 5 ihrer 6 Kinder verlor. Wir nahmen sie mit zu der Kirche, doch die Hoffnung, sie würde ein wenig erzählen, erfüllte sich nicht; das Erlebte lastete noch zu schwer auf ihr.

Ein mehrtägiger Ausflug zum Kivu-See, der im Westen Ruandas an die Demokratische Republik Kongo grenzt, führte uns eindrücklich die bezaubernde Schönheit der Landschaft Ruandas vor Augen und zeigte uns, dass Ruanda nicht nur das „Land der tausend (ügel“, sondern auch sehr bergig ist. Begleitet haben uns drei Patenkinder, die alle studieren und diesen See z.T. noch nie gesehen haben.

Die Unterkünfte sowohl in Karongi als auch in Rusizi, die einen herrlichen Blick auf den See zuließen, entschädigten für die doch eher bescheidene Unterkunft in Kigali und ließen für einen Moment Urlaubsgefühle aufkommen.

Der vierte Tag führte durch den Nyungwe Nationalpark, wo sich die Gelegenheit bot Schimpansen bzw. Colobus-Affen in diesem Urwald zu sehen und endete in der Universitätsstadt Huye, wo wir im Hotel mit der Mitteilung überrascht wurden, dass es in der Stadt seit Tagen kein frisches Wasser gebe. Da hieß es mit bereitgestellten Eimern voll Wasser vorlieb nehmen!

Zwei der mitgereisten Patenkinder studieren in Huye: sie führten uns über den Campus, wo es wegen der Sommerferien kaum Studenten zu sehen gab, dafür umso mehr Affen, die auch schon mal während des Unterrichts die Hörsäle stürmen sollen.

Ein weiteres Highlight war der zweitägige Ausflug mit 3 Safari-Autos und in Begleitung von 4 Patenkindern in den Akagera-
Nationalpark, in dem wir nicht nur wieder komfortabel wohnten, sondern auch die Tierwelt Afrikas zu sehen bekamen, die man sonst nur aus Filmen oder dem Zoo kennt. Wenn wir auch an einer Stelle zwanzig Minuten zu spät kamen, um Löwen zu sehen, so stießen wir doch zur Versöhnung – kurz bevor wir den Park wieder verlassen mussten – auf eine Herde von Giraffen. Voller neuer Eindrücke kehrten wir nach Kigali zurück.

Einige Paten wollten sich gegen Ende der Reise die einmalige Chance, Berggorillas leibhaftig zu sehen, nicht entgehen lassen und machten sich als kleine Gruppe auf den Weg nach Uganda. Eine andere Gruppe unternahm derweil einen Ausflug in den Vulkan-Nationalpark im Norden von Ruanda, während sich eine dritte Gruppe mit Sonja auf den Weg nach Rutunga zu einer Schule machte, die im vergangenen Jahr Wassertanks von unserem Projekt erhalten hatte. Außerdem verteilte ein mitreisendes Paar Schuhe und Kleidung, die sie vorher auf einem Markt in Kigali besorgt hatten, an bedürftige Kinder.

Der Besuch der Grundschule „Rise to Shine“ in dem Ort Rusheshe war nicht nur für die Kinder ein besonderes Erlebnis. Schon bei der Ankunft unseres Busses wurden wir von einer Schulklasse mit Gesängen begrüßt. Unser Besuch war auch Anlass für viele Eltern (allerdings nur Frauen) an diesem Tag zur Schule zu kommen. Nach einer herzlichen Ansprache der Direktorin Beatrice, in der sie auch die Arbeit unserer Kinderhilfe würdigte, und nach einigen Darbietungen der Kinder wurde Sonja mit einem Überraschungsgeschenk bedacht: einem Hosenanzug, den sie sich mit tatkräftiger Hilfe mancher Frauen auch gleich überzog. Die Übergabe von reichlich Schulmaterial, das im Vorfeld in Kigali eingekauft wurde, bildete den Abschluss unseres Besuches.

Eine besondere Erfahrung war der Besuch bei den Familien einiger unserer Patenkinder. Auch wenn man es in Fernsehbildern schon öfter gesehen hat: Die Realität von bitterer Armut kann man erst wirklich erfassen, wenn man sie mit eigenen Augen wahrgenommen hat! Selten findet man ein Steinhaus vor, die meisten leben in Lehmhütten, die nicht selten nur einen Raum haben und in die kaum Tageslicht fällt. Tische, Stühle, Schränke, Regale und anderes Mobiliar sucht man oft vergeblich. Hier wird tagsüber gelebt und nachts geschlafen, nicht selten auf einer dünnen bastähnlichen Matte. So lebt beispielsweise eine 54-jährige Großmutter mit ihrem etwa 10-jährigen Enkel, unserem Patenkind Kubwimana.
In einer anderen Familie leben 6 Personen auf wenigen Quadratmetern und müssen sich zum Schlafen eine Matratze teilen. Da es kein fließendes Wasser gibt, muss man oft lange Wege gehen, um zu einer Quelle zu gelangen. So verwundert es nicht, dass überall, selbst abseits der Straßen, viele Menschen mit ihren gelben Wasserkanistern unterwegs sind. Angesichts dieser so erschütternden bitterarmen Lebenssituation war es für uns umso unfassbarer, dass uns alle diese Menschen mit einem herzlichen Lächeln im Gesicht begegneten. Und da sie Sonja von früheren Besuchen her kannten, wurde sie mit besonders herzlicher Freude begrüßt.
Besonders emotional ging es bei den Patentreffen zu! Diese mit Spannung erwartete Begegnung war wohl für alle besonders aufregend, haben sie doch ‚ihre‘ nun schon älteren Kinder nach jahrelanger Unterstützung das erste Mal persönlich kennen gelernt. Dank ausreichender englischer Sprachkenntnisse auf beiden Seiten hat auch die Kommunikation bestens geklappt.

Inzwischen sind alle Teilnehmer wieder nach Hause zurückgekehrt und in ihren Alltag eingetaucht. Was wird wohl bei jedem Einzelnen von dieser Reise ‚hängen‘ geblieben sein? Vielleicht ist dem einen oder anderen das Land und seine Menschen ans Herz gewachsen – wie mir – und erwägt eventuell einen nochmaligen Besuch in diesem Land. Vielleicht überdenkt mancher auch angesichts der gesehenen Armut seinen Lebensstil bzw. seinen Umgang mit Lebensmitteln. Andere denken vielleicht eher politisch und machen sich Gedanken über weltwirtschaftliche Ungerechtigkeiten, die auch von Deutschland ausgehen und Ruanda belasten. Gedanken dieser und anderer Art waren zumindest in Ruanda schon immer mal wieder Gesprächsthema.

Herzlichst,

Ihr Manfred Suermann

Liebe Paten und Sponsoren,

auch im Winter und über den Jahreswechsel waren wir in Ruanda. Hier ein kurzer, aber bilderreicher Bericht über unsere Arbeit vor Ort.


Tag 1 in Rutunga

Wir treffen 21 Kinder an der Gasabo Primary School, um sie für das neue Schuljahr anzumelden und Schuluniformen schneidern zu lassen. Von allen Kindern werden die Maße genommen…

Anschließend besuchen wir alle Familien, die eine Solaranlage erhalten sollen, und erstellen bei Erfüllung aller Kriterien neue Patenbögen von bedürftigen Kindern.

Tag 2 in Mutura

Wir fahren bis nach Mutara Richtung tansanische Grenze, um unser Patenkind Fred zu besuchen und eine Solaranlage zu installieren:

Der Techniker installiert eine Solaranlage inkl. Solarradio und Handy-Aufladestation, während wir mit Fred über die Schule sprechen. Da sein Schulweg zu Fuß über 1,5 Stunden dauert, beschließen wir gemeinsam den Besuch eines Internats. Dieses kostet etwa 100 € pro Trimester und kann daher mithilfe der Patenschaftsbeiträge finanziert werden.

Tag 3 in Muhanga

Wir besuchen unsere Patenkinder Emmanuel, Pacifique, Carine und Clementine, überreichen Geschenke und installieren eine weitere Solaranlage.

Tag 4 in Nyamirambo, Kigali

Wir besuchen unsere Patenkinder Farida und Ibrahim und erstellen neue Patenbögen.

Tag 5 in Rusheshe

Yves bekommt von seinen Paten LEGO. Auch alle Nachbarn sind fasziniert. Auf dem Dach von Lyvines Familie wird eine Solaranlage installiert. Odile und Shalome, Hybesi, Emmanuel und Jean de Dieu – alle freuen sich riesig über die Geschenke ihrer Paten!

Eine Matratze für die Familie von Emmanuel und Jean de Dieu war auch dabei …

Tag 6 in Rutunga

Die Schuluniformen sind fertig zur Anprobe! Jedes Kind bekommt ein Schul-Starter-Paket, bestehend aus 1 Schuluniform, 1 Schultasche, 5 Heften, 2 Kugelschreibern, 1 Bleistift und 1 Anspitzer. Auf dem Kimironko Market kauften wir am Vorabend alle Schulsachen.

Bei Angelique und 11 weiteren Familien wurden die Solaranlagen bereits am Vortag installiert, sodass wir nur noch zur Kontrolle kamen. Auch Theogènes Familie erhält eine Solaranlage.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass hier nur ein kleiner Bruchteil aller Bilder von ausgewählten Aktivitäten gezeigt werden kann.

Herzlichst, Ihre

Sonja Suermann

Liebe Paten und Sponsoren,

in den fünf Wochen, in denen wir im Sommer in Ruanda unterwegs waren, konnten wir neben der allgemeinen Projektarbeit aufgrund zahlreicher großzügiger Sonderspenden auch mehrere kleine und ein großes Sonderprojekt durchführen. Darüber hinaus organisieren wir eine zweiwöchige Reise für eine Gruppe von 15 Paten und Freunden der Kinder- und Jugendhilfe – darunter auch die Vorstandsmitglieder Sebastian Klingen, Kenneth Grodotzki und mein Vater Manfred Suermann (s. separater Reisebericht).

Zur allgemeinen Projektarbeit:

Zusammen mit unserem ruandischen Projektpartner Egide besuchten wir 54 Patenkinder zu Hause, um Zeugnisse anzusehen, den weiteren Bildungsweg zu besprechen, Geschenke zu übergeben oder uns “einfach nur” einen Eindruck von der aktuellen Situation zu verschaffen.

  • 10 weitere Patenkinder bzw. Studenten trafen wir in einem Café – darunter auch ein ehemaliges Patenkind
  • In den Dörfern von Rutunga und Rusheshe erstellten wir 25 neue Patenbögen von besonders bedürftigen Kindern, die wir gerne zeitnah als Patenkinder vermitteln würden.
  • Von 8 Kindern, ließen wir nachträglich Briefe an ihre Paten formulieren.
  • Wir hatten mehrere Termine zwecks Registrierung des Vereins als INGO in Ruanda.
  • Darüber hinaus besuchten wir 3 Patenkinder in ihrer neuen Schule weit im Osten des Landes (Akagera International School) sowie eine Schule in Kanombe.
  • Ein Student bekam von seiner Patin einen neuen Laptop, ein anderer ein neues Smartphone
  • Wir besuchten die Gasabo Primary School in Rutunga, übergaben den Lehrern einen Laptop und überprüften, ob der Unterbau der beiden Wassertanks sowie die Regenrinnen, die wir im Dezember 2016 geliefert hatten, fachgerecht und nach Absprache installiert wurden. Ergebnis: top!
  • Mit dem Village Leader eines Dorfes in Rutunga besprachen wir Möglichkeiten, um diejenigen Kinder, die seit Jahren nicht zur gehen, zum Schulbesuch zu motivieren. Diese Kinder kommen aus ärmlichsten Verhältnissen und müssen ihren Eltern bei der Feldarbeit helfen. Eine Patenschaft könnte langfristig weiterhelfen, doch um ihr Durchhaltevermögen zu testen, erhalten sie nun zum Schuljahresbeginn im Januar ein Starter-Paket über 5 Euro – und wer nach einem Trimester ein passables Zeugnis vorlegen kann, hat. ggf. die Chance auf eine Patenschaft!

Kleine Projekte:

Vier Patenkinder und ihre Familien haben nun dank einer Matratzenspende zum ersten Mal in ihrem Leben in Bett!

Solange & Soleil leben mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern in einem winzigen Haus in Kagugu / Kigali und schliefen auf einer Matte auf dem Boden. Neben Kleidungsstücken und Schuhen brachten wir daher bei unserem 2. Besuch eine Matratze mit:

  • Die Grundschule “Rise to Shine” in Rusheshe erhielt Schulmaterialien im Wert von 600 Euro. Auch ein paar Fußbälle durften nicht fehlen … 🙂
  • Zwei Koffer voller Kleidungsstücke und Schuhe konnten an arme Kinder verteilt werden. Darüber hinaus kauften zwei Mitreisende zahlreiche Schuhe, T-Shirts und Hosen auf einem Markt in Kigali. Wenn man die vielen zerfetzten Kleidungsstücke sieht, die die Kinder tragen, weiß man, warum …

Großes Projekt:

Durch einen Spendenaufruf über E-Mail, Facebook & Co. kamen innerhalb von 3 Wochen insgesamt Spenden in Höhe von knapp 6000 € zusammen, sodass wir – zzgl. einer Sonderspende von 1000 € aus Dez. 2016 – insgesamt 51 Solaranlagen anschaffen und mit Hilfe der Techniker von „Ignite Power“ auf den Dächern bedürftiger Familien installieren konnten. Da 8 unserer Patenfamilien keinen Stromanschluss hatten, wurden diese natürlich vorrangig versorgt. Weitere bedürftige Familien wurden von den Dorfvorstehern mehrerer Dörfer in Rusheshe und Rutunga sorgfältig ausgewählt.

Da es zeitlich unmöglich war, bei jeder Installation dabei zu sein, schickten wir die Techniker zum Teil allein in die Dörfer, kontrollierten aber zwei Wochen später jede einzelne Solaranlage! Auch wenn wir hierfür an mehreren aufeinander folgenden Tagen mit einem Fahrer stundenlang durch die Dörfer fahren mussten, hat sich die Mühe gelohnt: Wir haben vor allem einen tiefen Einblick in das Leben auf dem Land bekommen und es war herrlich, die Freude über das neu gewonnene Licht mitzubekommen! Tagsüber war dies schon wunderbar anzusehen, aber abends hat Licht noch einmal eine ganz andere Wirkung, wie wir einmal „live“ miterleben durften: Wir waren mit „unserem“ Techniker zu Fuß an einem Steilhang in Rutunga unterwegs (eine Straße gab es schon längst nicht mehr), sondern nur einen Pfad hinauf zu mehreren Lehmhütten und zu David, unserem Patenkind. Es war schon 17.45 Uhr und Davids Familie sollte die letzte Solaranlage des Tages bekommen. Während wir begannen, Geschenke zu verteilen und einen Brief an seine deutsche Patin zu schreiben, fing der Techniker mit der Installation an. Und dann wurde es plötzlich immer dunkler!

In Ruanda bricht die Nacht zwischen 18.00 Uhr und 18.30 Uhr herein. Dann ist es stockfinster. Zugegeben, ich fand es spannend einmal mitzuerleben, wie es sich anfühlt – so ganz ohne Licht außerhalb der Stadt. Jemand hielt eine Handy-Taschenlampe für den Techniker bereit, damit er die letzten Codes aktivieren konnte, aber ansonsten sah man in der Finsternis nichts! … und dann war es plötzlich so weit: „Es wurde Licht“! Da bekam selbst ich Gänsehaut… Alle Nachbarn erschienen plötzlich aus der Dunkelheit, und die Kinder tanzten auf die Musik des Solarradios – was für eine Lebensveränderung! In Zukunft werden wir Davids Großmutter wohl leichter erreichen – dank integrierter Handy-Ladestation…

Die Firma schickt ihre Techniker auch in abgelegene Gebiete.

Der Techniker bei der Arbeit. / 3. Bild: Unsere kleine Shalome und ihre Familie haben jetzt endlich Licht!

Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen Menschen – Freunde, Bekannte, Kollegen, Paten und neue Sponsoren – im Namen des gesamten Teams und insbesondere im Namen der ruandischen Familien herzlich für die großartige Unterstützung bedanken, mit der solche Projekte erst möglich werden!

Wie alle Ruander immer sagen: May God bless you! (Möge Gott Sie segnen!)

Herzlichst, Sonja Suermann

Im Sommer 2016 verbrachten wir insgesamt 5 wunderschöne Wochen in Ruanda. Anhand von Bildern möchten wir Ihnen stichwortartig einen Überblick über die wichtigsten Ereignisse geben:

Wir haben 52 Patenkinder getroffen (entweder zum Essen eingeladen oder zu Hause besucht)

Wir haben 8 Laptops übergeben

Wir haben 120 Ziegen gekauft und verteilt (in Bisesero und Rutunga)
(siehe Bericht “Ziegen für Bisesero und Rutunga”)

Wir haben 2 Schulen mit Schulbüchern, Lektüren, Wörterbüchern und anderen Schulmaterialien ausgestattet (in Masaka und Bisesero)

Wir haben 13 Päckchen bzw. Briefe der Pateneltern ausgeteilt

Wir haben für 2 Patenkinder Fahrräder gekauft

Wir haben mehrere Patenkinder an neuen Schulen und Universitäten angemeldet

Wir haben Ausflüge nach Nyamata, Rwamagana, Nyagatare, Karongi, Bisesero, Rutunga, zum Kivu-See und zum Nyungwe-Nationalpark unternommen

Es gibt keinen Weg, der nicht irgendwann nach Hause führt – Ein Haus für Farida und ihre Familie

Im Dezember 2015 reiste unsere langjährige Patin und großzügige Sponsorin Frau Koch für mehrere Wochen nach Ruanda. Obwohl es nicht ihr erster Ruanda-Aufenthalt war, bot sich ihr erstmals die Gelegenheit ihr elfjähriges Patenkind Farida zu Hause zu besuchen. Bei aller Freude über das Wiedersehen war Frau Koch zugleich erschrocken über den Zustand des Hauses, in dem Farida mit ihrer Mutter und ihren vier Geschwistern lebte.

Die Lehmwände und das Dach des von der 6-köpfigen Familie bewohnten und aus lediglich zwei kleinen Räumen bestehenden Hauses waren insgesamt löchrig und an einer Stelle hatte der Regen den Lehm derart aufgeweicht, dass ein großes Loch entstanden war. Auch der Fußboden bestand aus Lehm. Strom- und Wasseranschluss fehlten ebenso wie Fenster und verschließbare Türen.

Ohne langes Zögern beschloss Frau Koch Faridas Familie ein neues Heim zu kaufen und flog hierfür im Januar 2016 erneut nach Ruanda, um Informationen zu den Kosten und den in Ruanda beim Hauskauf zu beachtenden Formalitäten einzuholen. Außerdem besichtigte sie zusammen mit Faridas Mutter und Projektpartner Egide Rwabashi eine Reihe von Häusern und holte Angebote ein.

Ende Januar war es dann soweit: Faridas Familie hatte sich für ein Haus entschieden und sich mit dem Verkäufer geeinigt. Das neue Haus besteht statt löchrigen Lehmwänden aus massivem Mauerwerk. Das Dach ist wasserdicht und in gutem Zustand, und das Haus verfügt über einen richtigen Fußboden. Außerdem ist das neue Haus mit stabilen Fenstern und Türen sowie einem Stromanschluss ausgestattet: jedes der 4 Zimmer hat eine Steckdose. Draußen befindet sich noch eine Abstellkammer, ein Dusch-Toiletten-Häuschen sowie direkt vor der Tür ein eigener Wasseranschluss.

Nachdem Frau Koch – bevor sie zurück nach Deutschland flog – den Kauf mündlich zugesagt hatte, wurden wenig später die „Formalitäten“ geklärt: Unter Aufsicht der als Zeugen fungierenden neuen Nachbarn wurde der Kaufpreis gezahlt…in bar (siehe Foto).

Die Patin von Faridas Schwester Asiya steuerte kurz darauf eine komplette Garnitur Bettwäsche inkl. Matratze, Decken und Kissen bei – welch Glück!
Wir wünschen Farida, Asiya und ihrer Familie alles Gute im neuen Heim und danken an dieser Stelle besonders Frau Koch herzlichst für ihre großzügige Spende und ihren tollen persönlichen Einsatz vor Ort!

In diesem Jahr sollte Weihnachten ein ganz besonderer Tag werden: zusammen mit unseren ruandischen Projektpartnern organisierten wir eine Weihnachtsfeier für einen Teil unserer älteren Patenkinder – vor allem für unsere Waisenkinder bzw. Studenten – , um ihnen ein Weihnachten in Gemeinschaft zu schenken und die Geschenke der Paten zu überreichen. Der Abend war ein voller Erfolg: 22 Patenkinder kamen, und unser Hauskoch Zacharie bereitete ein großes Buffet mit typisch ruandischen Speisen zu. Zu Beginn waren die meisten untereinander noch recht schüchtern, aber als wir die Spiele UNO und HALLI GALLI einführten, löste sich die Stimmung sofort. Man hörte nur noch Gelächter, im Hintergrund die neuesten ruandischen Popsongs dank Youtube, und diejenigen, die am längsten blieben, tanzten ausgelassen! Die Fröhlichkeit und auch die Freude über die Geschenke haben mich überglücklich gemacht (neben den Geschenken der Paten erhielt jeder ein Duschgel o.ä. sowie Fotos von unserem Besuch im Sommer). Zu dem Fest kamen: Vianney, Dieudonné, Barnabe, Alice, Collins, Esperance, Aline, Eric, Christine, Daniella, Irené, Yves, Gilbert, Maxime, Jean Regis, Regis, Grace, Bruce Yvan, Frank mit Liliane, Steven und Mihigo.

In der verbleibenden Ferienzeit trafen wir uns mit weiteren Patenkindern und Betreuern, um z.B. die weitere Schullaufbahn, Studienwünsche u.ä. zu besprechen. Nachdem wir mit Egide und Aimée, unseren Projektpartnern, einen Plan für die kommenden Tage entworfen und entsprechend alle Termine mit den Betroffenen koordiniert hatten, verging die Zeit wie im Fluge. Auch gab es noch weitere Anlässe, zu denen wir mehrere Patenkinder, die uns besonders an Herz gewachsen waren, einluden, u.a. mein Geburtstag am 26.12., Sebastians Geburtstag am 28.12., Silvester und unsere „Goodbye-Party“, zu der neben einigen der o.g. Patenkindern auch Olivier, Diane und Emmanuel kamen. Im Anschluss möchten wir Ihnen kurz von den Highlights berichten, bei denen wir stets von Egide bzw. Aimée begleitet wurden:

28.12.: Patenkindertreffen im La Galette, einem deutschen Restaurant im Zentrum von Kigali, mit 9 Patenkindern und deren Betreuern, um weitere Geschenke zu überreichen bzw. im Namen verschiedener Paten einzukaufen (u.a. Fußballschuhe). Wir trafen Vianney, Steven, Kevin, Sabrina, Amani, Ibrahim, Denise, Jean-Paul und Emmanuel.

29.12.: Fahrt nach Kabuga, eine kleine Stadt, die mit dem Bus ca. 1 Stunde östlich von Kigali liegt. Dort trafen wir die Mutter eines Patenkindes („Mama Diane“) sowie 4 weitere Patenkinder: Fabrice, Josephine, Désiré und Blandine (die mittlerweile Arbeit in einem Friseursalon gefunden hat). Als wir sahen, dass der Kiosk, den „Mama Diane“ im Sommer 2015 mit Hilfe einer Sonderspende gegründet hat, noch existiert, waren wir sehr erleichtert! Auch in Kabuga übergaben wir persönliche Geschenke und mir wurde von Blandine ein typisch afrikanischer Zopf geflochten.

Am Abend trafen wir uns mit dem ruandischen Familienangehörigen einer Patin, der für die lokale Niederlassung einer US-amerikanischen NGO arbeitet. Von ihm erhielten wir wertvolle Adressen, u.a. auch von einer ruandischen Lehrerin, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Ärmsten der Armen zu unterrichten und mit der wir möglicherweise in Zukunft zusammenarbeiten können (Vermittlung von Patenkindern, Spende von Schulmaterialen o.ä.).

30.12.: Dreistündige Fahrt in das Dorf Mutara im Osten von Ruanda, um Faustin und Fred zu besuchen. Die beiden Patenkinder leben in einer Lehmhütte ohne Strom und Wasser, zu der noch nicht einmal eine Straße führt, sodass diese Fahrt zu einer unserer abenteuerlichsten und schönsten wurde. Dort angekommen, wurden wir von der gesamten 9-köpfigen Familie herzlich begrüßt – eine Gastfreundschaft, die uns sehr berührt hat!

31.12.: Besuch bei einer Betreuerin in einem Armenviertel in Kigali, deren Patin nun ein neues Haus für die Familie kaufen will, da es in das alte Lehmhaus immer wieder hineinregnet. Als die Betreuerin uns zeigte, wie sie derzeit leben, waren wir extrem schockiert: Das Haus hatte gerade einmal einen dunklen, modrigen Raum für 7 Personen und einen Vorraum mit einer Kochstelle, bei der wir Mühe hatten, diese als solche zu erkennen. Wie unglaublich bescheiden viele Menschen in Ruanda doch leben – ohne sich jemals zu beschweren!

01.01.: Vorbereitung der ersten Überweisungen 2016 an alle Patenkinder, Schulen usw.
02.01.: Treffen mit mehreren Patenkindern (Shaban, Eric, Collins, Patient), um u.a. einen gebrauchten Laptop zu übergeben. Laptops werden vor allem von den Studenten benötigt, um Hausarbeiten zu verfassen. Durch Sonderspenden einzelner Paten wird dies glücklicherweise immer wieder ermöglicht.

03.01.: Fahrt nach Butare, der berühmten Studentenstadt Ruandas im Süden des Landes nahe der burundischen Grenze. Dort trafen wir Felicien, Nadine und Jean Remy und übergaben einen weiteren Laptop. Wir luden die Studenten zum Essen ein, und anschließend zeigte uns Nadine ihr Studentenwohnheim und Felicien seine WG. Allein der Weg dorthin war wunderschön – vorbei an allen Universitätsgebäuden, die idyllisch mitten im Wald liegen. Auf dem Weg durften wir auch erfahren, wie schwer einer der kleinen Wasserbehälter ist, als wir zwei kleinen Jungen halfen, diese zu tragen – die Last ist unglaublich! Die beiden bedankten sich herzlich.

Auf dem Weg nach Butare zeigten wir Egide und Dieudonné, die wir mitnahmen, sowie unserem Fahrer noch den traditionellen Königspalast in Nyanza, wo wir eine Führung erhielten. Dieudonné war besonders glücklich: Er war in seinem ganzen Leben noch nie außerhalb von Kigali!

04.01.: Treffen mit Thierry, Yvette und ihrer Betreuerin im Zentrum von Kigali, um u.a. im Namen der Patin einen Laptop zu kaufen und über die anstehenden Schulwechsel zu sprechen. Wir unterhielten uns über 2 Stunden in einem Restaurant im Zentrum von Kigali und erfuhren u.a. Neues über das Schulsystem usw. Schließlich verabredeten wir uns für den nächsten Tag, um noch 2 Schulen zu besuchen. Abends gingen wir mit Egide noch ins Milles Collines, um über die letzten organisatorischen Dinge zu sprechen, die die Kinderhilfe betreffen (Jahresberichte, neue Kontonummern u.a. Einzelfälle).

05.01.: Termin bei der deutschen Botschaft. Dort wurden wir u.a. zur Vereinsregistrierung in Ruanda und rechtlichen Grundlagen beraten. Im Anschluss Besuch eines Gefängnisses, wo eines unserer Patenkinder derzeit aufgrund des Verdachts auf unterlassene Hilfeleistung in einem Mordfall in seiner Nachbarschaft festgehalten wird. Leider hätten wir als Europäer einen Besuch Wochen vorher anmelden müssen, aber Egide wurde ein Besuchstermin gewährt. So konnte er – sogar mit Hilfe des Gefängnisvorstehers – den Brief der Paten übergeben und Möglichkeiten eines fairen Verfahrens in Erfahrung bringen. Mittlerweile ist der Fall weitgehend aufgeklärt, sodass unser Patenkind voraussichtlich Ende Januar freigesprochen wird.

Anschließend besuchten wir mit Thierry, Yvette und ihrer Betreuerin – wie am Vortag vereinbart – 2 Internate, um alle nötigen Unterlagen wie Kontonummern usw. zu besorgen. Zurück im Zentrum übergaben wir das letzte Weihnachtsgeschenk an ein Patenkind und besorgten Snacks für unsere „Goodbye-Party“, zu der einige Patenkinder sogar selbst gebastelte Geschenke für ihre Paten mitbrachten. Wir schossen die letzten Fotos, tanzten zum letzten Mal auf afrikanische Rhythmen, unterhielten uns über Zukunftsträume, verteilten die letzten, übrig gebliebenen Lebensmittel und 5.000 RwF-Scheine und umarmten uns unzählige Male…der Abschied fiel uns allen so schwer, dass eine kleine Gruppe von älteren Patenkindern sogar noch nachts um 1.30 Uhr mit zum Flughafen gefahren ist, um uns zu verabschieden. Wir sind uns in diesen 2 Wochen sehr viel näher gekommen und haben uns gegenseitig sehr ins Herz geschlossen…nur 5 Minuten nach dem Check-In meldete sich das erste Patenkind.

Dank Ihnen sind dieses wunderbare Projekt und die damit verbundenen Kontakte zu den Patenkindern möglich!* Dafür danken wir Ihnen von ganzem Herzen! Jedes Patenkind ist so einzigartig… Sie lassen Sie alle grüßen und sprechen mit großer Zuneigung von Ihnen. Ihre Unterstützung lohnt sich – das hat auch diese Reise wieder bestätigt! Die Dankbarkeit Ihnen gegenüber ist riesengroß.

Unser Dank gilt natürlich auch den vielen Patenkindern, die uns jeden Tag zum Lachen gebracht haben, sowie im Besonderen unseren Projektpartnern Egide und Aimée, die uns überall hin begleitet und jeden Tag unzählige Telefonate geführt haben, um verschiedenste Detailfragen zu klären und Termine zu vereinbaren.
Sonja Suermann mit Sebastian Klingen

*Die Kosten der Reise und des Aufenthaltes in Ruanda (einschließlich diverse Restaurantbesuche u.ä. mit verschiedenen Patenkindern sowie Transportkosten) haben wir selbstverständlich vollständig selbst übernommen.