Ziegen

Eine Ziege ist für viele Menschen in Ruanda – besonders auf dem Land – ein ganz besonderes Geschenk! Anders als vermutet, dient eine Ziege in Ruanda nicht der Gewinnung von Ziegenmilch, sondern gilt als sinnvolle und sichere Kapitalanlage. Die Ziege muss allerdings ein Weibchen und gut genährt sein, damit sie schon bald Junge bekommen kann. Ist das Junge ein Männchen, wird es entweder selbst verzehrt oder auf dem Markt verkauft. Wenn das Junge ein Weibchen ist, wird es in der Regel nur in Notfällen verkauft – wenn z.B. Schulgebühren, der Beitrag zur Krankenversicherung, ein teurer Arztbesuch oder die Reparatur der eigenen Lehmhütte anstehen. Eine Ziege hilft all denjenigen Menschen, die als Selbstversorger kein richtiges Einkommen haben.

Spenden auch Sie eine Ziege für eine bedürftige Familie und überweisen Sie 30 € mit dem Verwendungszweck „Ziege“ auf unser Projektkonto.

Unser Projektpartner kümmert sich um den Kauf, den Transport und die Übergabe der Ziege an eine vom Dorfvorsteher ausgewählte Familie. Im Anschluss erhalten Sie entsprechende Fotos sowie eine Quittung als Nachweis für die Durchführung des Projekts.

Bereits im Jahr 2016 konnten 120 Ziegen im Rahmen einer Sonderaktion an bedürftige Familien übergeben werden. Zahlreiche weitere Ziegen folgten in den darauffolgenden Jahren.

Lesen Sie hier den Bericht von unseren Vorstandsmitgliedern Kenneth, Sebastian und Sonja, die im Sommer 2016 vor Ort waren und beim Ziegen-Projekt live dabei waren:

In den Sommerferien 2016 besuchten wir gleich zu Beginn unserer Reise Bisesero, eine Region, die von Genozid-Überlebenden bewohnt wird und zu den ärmsten Landstrichen Ruandas zählt. Dort sprachen wir mit dem Dorfvorsteher, um zu erfahren, wie wir am besten helfen konnten, und bekamen eine ganz simple Antwort: am meisten würden sich die Menschen über Ziegen freuen!
Kurzerhand entschieden wir einen Spendenaufruf über alle uns zur Verfügung stehenden sozialen Medien zu starten und bekamen innerhalb von 2 Wochen ganze 120 Ziegen zusammen! Diese sollten auf zwei Dörfer aufgeteilt werden: Zum einen Bisesero im Westen Ruandas und zum anderen Rutunga in der Nähe von Kigali.

Ziegen für Bisesero
Mit zwei Patenkindern und unserem ruandischen Projektpartner Egide fuhren wir am Ende der dritten Ferienwoche Richtung Bisesero. Am Kivu-See übernachteten wir im wunderschönen Hotel Rwiza Village und machten am nächsten Morgen, bevor es losging, noch eine kleine Bootsfahrt. Für unsere Patenkinder war beides ein einmaliges Erlebnis, denn sie waren vorher in ihrem Leben weder auf einem Boot noch in einem Hotel gewesen. Entsprechend viele „Selfies“ wurden geschossen und es wurde darüber diskutiert, wer nun „the blackest“ auf den Fotos sei – wir hatten einen riesen Spaß zusammen!

Als wir um die Mittagszeit in Bisesero ankamen, übergaben wir zunächst der dortigen Grundschule Schulmaterialien und Bücher, die wir mit Hilfe mehrerer Einzelspenden gekauft hatten. Da die meisten Lehrer ein äußerst bescheidenes Gehalt bekommen (zwischen 50 und 70 € pro Monat), ist es für sie kaum möglich Lehrmaterial wie Landkarten, Kreide usw. zu kaufen.

Ziegen für Rutunga

Als der Pick-Up mit der zweiten „Ladung“ kam, konnte die Übergabe beginnen: mit Hilfe zahlreicher Jungs wurden die Ziegen eingefangen und den jeweiligen Familien übergeben.